Wer ist Annika Strauss – und wie kam es zu „REM“ mit Sebastian Fitzek?

Annika Strauss ist für viele Leserinnen und Leser noch ein vergleichsweise neuer Name im Buchhandel, im Genre selbst aber längst keine Unbekannte mehr. Die 1984 geborene Autorin studierte Allgemeine Rhetorik und Germanistik in Tübingen, war außerdem an einer Schauspielschule in Stuttgart und bewegte sich schon früh zwischen Bühne, Kamera und Schreiben. Bevor sie im Buchmarkt sichtbarer wurde, machte sie sich vor allem als Schauspielerin einen Namen – besonders im Horrorbereich, in dem sie über viele Jahre in zahlreichen Produktionen mitwirkte. Der Beiname „German Screamqueen“ kommt also nicht von ungefähr.

Spannend ist dabei vor allem, dass Strauss keine reine Genreauthorin aus dem stillen Kämmerchen ist. Sie verbindet mehrere Welten miteinander: Film, Stoffentwicklung, Schreiben und redaktionelle Arbeit. Neben ihrer Arbeit als Autorin ist sie auch als Redakteurin tätig, was man ihrer Art, Stoffe aufzubauen, durchaus anmerkt. Ihre Texte sind oft sehr bildhaft, direkt und auf Atmosphäre angelegt – also genau dort stark, wo Horror und Spannung besonders gut funktionieren. 2024 veröffentlichte sie mit Nachtfahrt ihr Thriller-Debüt und zeigte damit, dass sie nicht nur aus dem Horrorfilm kommt, sondern auch als Erzählerin im Spannungsbereich ernst zu nehmen ist.

Warum ausgerechnet sie für „REM“ die richtige Wahl war

Gerade deshalb wirkt die Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek bei näherem Hinsehen weniger zufällig, als es zunächst scheinen mag. Fitzek hatte die Idee zu einer Horrorgeschichte laut Verlagsinterview schon seit vielen Jahren mit sich herumgetragen. Gleichzeitig war ihm offenbar klar, dass er diesen Stoff nicht allein umsetzen wollte. Gesucht war also keine beliebige Co-Autorin, sondern jemand, der das Horror-Genre nicht nur theoretisch kennt, sondern dessen Ton, Dynamik und Wirkung wirklich verinnerlicht hat. Genau an diesem Punkt kam Annika Strauss ins Spiel.

Strauss selbst schildert die Entstehung der Zusammenarbeit recht offen: Die Initialzündung sei von Sebastian Fitzek ausgegangen. Weil beide in derselben Literaturagentur sind, fiel ihr Name irgendwann als Autorin mit Horror-Background, die sich in diesem Genre noch stärker entfalten möchte. Kurz darauf wurde sie nach Berlin eingeladen, man lernte sich kennen und offenbar war ziemlich schnell klar, dass es kreativ passt. Das ist ein interessanter Punkt, weil er zeigt, dass REM nicht aus einer spontanen Marketingidee entstanden zu sein scheint, sondern aus einer konkreten Stoffsuche heraus: Fitzek hatte eine lange gereifte Horroridee, Strauss brachte genau die Erfahrung mit, die dieser Geschichte offenbar noch fehlte.

Hinzu kommt, dass Strauss in Interviews immer wieder deutlich macht, wie stark sie Horror nicht nur als Effektgenre versteht, sondern als Form kontrollierter Angst, die Menschen anzieht, weil sie sie in sicherem Rahmen erleben können. Diese Haltung passt gut zu einem Projekt wie REM, das stärker ins Unheimliche, Körperliche und Albtraumhafte geht als viele klassische Fitzek-Stoffe. Der Roman wurde bei Droemer Knaur ausdrücklich als psychologischer Horror-Thriller angekündigt und bereits die Verlagsbeschreibung macht klar, dass es sich nicht um einen typischen Fitzek-Thriller handeln soll, sondern um einen düsteren Ausflug in eine übernatürlichere Richtung. Genau dort dürfte Strauss’ Handschrift besonders wichtig gewesen sein.

Was Annika Strauss jetzt zusätzlich sichtbar macht

Für den Buchmarkt ist Annika Strauss damit ein interessantes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Autorinnenkarrieren heute verlaufen können. Sie kam nicht über den klassischen literarischen Weg in die größere Öffentlichkeit, sondern über Genrekompetenz, Filmerfahrung, Stoffgespür und ein klares Profil. Das macht ihren Anteil an REM auch unabhängig vom Namen Fitzek bemerkenswert. Denn wer sich anschaut, wo Strauss herkommt, versteht schnell, warum sie für ein Projekt zwischen Psychothriller und Horror keine bloße Ergänzung, sondern eine sehr passende Mitgestalterin war.

Auch über die Diskussionen rund um REM hinaus bleibt Annika Strauss aktuell sichtbar: Für den April 2026 sind zwei Lesungstermine angekündigt, einer am 13. April in Reutlingen, ein weiterer am 24. April in Berlin. Das unterstreicht, dass Strauss im Umfeld des Buchstarts nicht nur als Co-Autorin an Sebastian Fitzeks Seite wahrgenommen wird, sondern auch selbst als eigenständige Stimme im Horror- und Thrillerbereich in Erscheinung tritt.

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