Starling House im Check

Autoren-Guide stellt „Starling House“ vor und hat die Stimmen der Leser im Netz unter die Lupe genommen. Der Roman von Alix E. Harrow wird vielerorts als düstere Mischung aus Gothic Fantasy, Mystery und leiser Romance beschrieben. Im Mittelpunkt steht Opal, die sich nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem jüngeren Bruder durchschlägt und seit Jahren von Starling House fasziniert ist, dem halb verfallenen Haus am Rand von Eden, Kentucky. Als sie dort einen Job annimmt, gerät sie immer tiefer in die Geheimnisse des Hauses, der Stadt und der Familie Starling.

Schon auf den ersten Blick ist leicht zu erkennen, warum das Buch viele Leser anzieht. Das Setting mit dem verwunschenen Haus, den alten Geschichten, düsteren Träumen und einer Kleinstadt voller Gerüchte klingt stark. Dazu kommt eine Hauptfigur, die Ecken und Kanten mitbringt. Genau das wird in vielen Stimmen positiv hervorgehoben. Leser loben vor allem die Atmosphäre, das Haus als fast eigenständigen Charakter und die ungewöhnlichen Figuren. Gerade diese Mischung aus düsterem Schauplatz, schrägen Charakteren und einer nur vorsichtig angedeuteten Liebesgeschichte scheint für viele den Reiz des Buches auszumachen.

Was Leser an Starling House loben und was sie stört

Viele positive Stimmen beschreiben „Starling House“ als atmosphärisch, mystisch, poetisch und eigenwillig. Besonders oft fällt auf, dass das Haus selbst im Gedächtnis bleibt. Es wird in mehreren Rezensionen fast wie eine eigene Figur behandelt, mit Seele, Launen und einer seltsamen Anziehungskraft. Auch Opal kommt bei vielen gut an. Sie ist stur, rau, nicht immer sympathisch und gerade deshalb für viele glaubwürdig. Dazu kommen Lob für die düsteren Gothic Vibes, den bildhaften Schreibstil und die langsame Annäherung zwischen Opal und Arthur. Wer ruhige, detailreiche und eher stimmungsvolle Bücher mag, findet hier nach vielen Stimmen genau die Art von Geschichte, die sich weniger über Tempo als über Atmosphäre entfaltet.

Gleichzeitig zeigen die kritischen Stimmen ziemlich klar, wo das Buch für manche Leser nicht funktioniert. Mehrere Rezensionen sprechen von einem zähen Einstieg, von Längen in der Mitte und davon, dass die Handlung nur langsam in Gang kommt. Auch die Fußnoten und die vielen Hinweise rund um das Haus und seine Geschichte haben nicht bei allen gut funktioniert. Einige fühlten sich dadurch eher aus dem Lesefluss gerissen als tiefer in die Welt hineingezogen. Dazu kommt ein Punkt, der auch in den kritischen Lesermeinungen immer wieder auftaucht: Wer einen wirklich gruseligen Spukhausroman oder einen durchgehend spannenden Gothic-Thriller erwartet, könnte enttäuscht werden. Das Buch ist für viele eher düster als wirklich unheimlich, eher atmosphärisch als packend und eher langsam schwelend als nervenaufreibend.

Genau hier scheiden sich offenbar die Geister. Während die einen die Ruhe, die Beschreibungen und die langsame Entfaltung lieben, empfinden andere genau das als Bremse. Gerade Leser, die eine schnellere Handlung, klareren Horror oder mehr Spannung erwarten, tun sich teils schwer mit dem Roman. In den kritischen Stimmen ist davon die Rede, dass sich die Geschichte lange im Kreis drehe, dass zu wenig geschehe und erst spät klar werde, worauf alles eigentlich hinausläuft. Dieser Eindruck passt auch zu der Erfahrung, dass man anfangs Mühe haben kann, in die Figuren hineinzufinden und sich überhaupt zu merken, wer welche Rolle spielt. Wer auf einen starken frühen Sog hofft, braucht bei „Starling House“ also unter Umständen Geduld.

Im plattformübergreifenden Vergleich ergibt sich dennoch ein insgesamt positives Bild. Auf Thalia steht der Roman bei 4,3 von 5 Sternen auf Basis von 191 Bewertungen. Auf Amazon liegt er bei 4,2 von 5 Sternen mit 221 globalen Bewertungen. Dort entfallen 53 Prozent auf 5 Sterne, 26 Prozent auf 4 Sterne, 16 Prozent auf 3 Sterne, 3 Prozent auf 2 Sterne und 2 Prozent auf 1 Stern. Auf LovelyBooks liegt „Starling House“ ebenfalls bei 4,2 Sternen. In der sichtbaren Verteilung entfallen dort 91 Stimmen auf 5 Sterne, 59 auf 4 Sterne, 22 auf 3 Sterne, 10 auf 2 Sterne und 3 auf 1 Stern. Als redaktioneller Richtwert ergibt das damit insgesamt rund 4,2 von 5 Sternen. Eine offizielle Gesamtwertung ist das nicht, aber es zeigt klar: Das Buch wird mehrheitlich positiv aufgenommen, auch wenn die Kritik an Tempo und Erwartungshaltung deutlich vorhanden ist.

Auch wir haben „Starling House“ gelesen und können einen Teil der Kritik nachvollziehen. Der Einstieg fiel nicht leicht, die Figuren waren anfangs schwer auseinanderzuhalten und über weite Strecken fehlte uns die Spannung. Wirklich klar, worauf die Geschichte hinauswill, wurde es für uns erst in den letzten Kapiteln.

Unterm Strich ist „Starling House“ damit vor allem ein Buch für Leser, die Atmosphäre, Sprache und ein eigenwilliges Setting höher gewichten als sofortige Spannung. Wer Freude an düsteren Häusern, langsamen Geheimnissen und unperfekten Figuren hat, könnte hier genau das Richtige finden. Wer dagegen echten Grusel, klares Tempo und einen Plot erwartet, der früh zündet, dürfte sich eher schwertun. Gerade diese Mischung erklärt vermutlich auch, warum die Bewertungen insgesamt stark sind, die kritischen Stimmen aber an sehr ähnlichen Punkten ansetzen.

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